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Von Akimova Elizaveta · 30.08.2026

Google-Maps-Export ohne Koordinaten oder mit [0,0]? So behebst du es (2026)

Du importierst einen Google-Maps-Export in QGIS und die Karte springt auf ein leeres Stück Ozean. Oder die Tabelle enthält Namen und Links, aber nirgends Breiten- oder Längengrad. Manchmal sind alle Punkte falsch, manchmal ist nur ein Restaurant unbemerkt nach [0,0] gewandert.

Diese Symptome sehen verwandt aus, haben aber unterschiedliche Ursachen. Zuerst musst du das tatsächliche Fehlermuster bestimmen.

SymptomWahrscheinliche UrsacheNächster sinnvoller Schritt
CSV hat keine KoordinatenspaltenNormaler Google-Takeout-Export SavedGeöffnete Liste neu exportieren oder Quelle mit Koordinaten nutzen
Ein oder mehrere Punkte sind [0,0]Platzhalter oder fehlerhafte QuellgeometrieOrte prüfen und ersetzen; nicht blind importieren
Die meisten Punkte liegen im falschen Teil der WeltLängen- und Breitengrad vertauschtGeoJSON-Reihenfolge wiederherstellen: Länge vor Breite
Feature hat null oder leere GeometrieQuelle lieferte keine nutzbare KoordinateNeu scannen oder Ort von Hand prüfen
Einige Punkte liegen in der richtigen Stadt, aber an falscher AdresseMehrdeutiger oder veralteter TrefferUrsprünglichen Maps-Eintrag und vollständige Adresse prüfen

Beginne nicht damit, jede Null zu ändern oder alle Spalten zu vertauschen. Sichere die Quelle, erkenne das Muster und repariere nur, was die Daten belegen.

Fall 1: Die Takeout-CSV hat keine Koordinaten

Google Takeout besitzt zwei ähnlich benannte Exporte. Saved erstellt eine CSV pro Liste; Maps (meine Orte) kann die als GeoJSON aufgebaute Saved Places.json liefern. CSV eignet sich für Listennamen und Links, enthält aber meist keine eigenen Spalten für Breiten- und Längengrad.

Das ist eine Einschränkung des Exports, keine beschädigte Datei. Leere Spalten lat und lng helfen nicht. Auch ein beliebiger kostenloser Geocoder kann aus einer Adresse sehr überzeugend den falschen Ort machen.

Du hast drei Möglichkeiten:

  1. Für markierte Orte Maps (meine Orte) → Saved Places.json herunterladen und den Takeout-Import verwenden.
  2. Eine eigene, vorgegebene, geteilte oder abonnierte Liste in Maps öffnen und mit der Chrome-Erweiterung exportieren.
  3. Wenn nur die CSV geblieben ist, vorsichtig anhand der vollständigen Adresse geokodieren und die ursprüngliche Maps-URL als Prüfspalte behalten.

Der Artikel Saved Places.json oder Saved CSV erklärt den Unterschied vollständig. Lies ihn, bevor du eine Datei „reparierst“, die sich genau so verhält, wie Google sie angelegt hat.

Fall 2: Ein Punkt hat die Koordinaten [0,0]

GeoJSON schreibt Koordinaten als [Längengrad, Breitengrad]. [0,0] ist daher ein realer Punkt im Golf von Guinea vor Westafrika. Ein struktureller Validator darf ihn nicht pauschal ablehnen, denn in marinen Daten könnte er beabsichtigt sein.

Bei Cafés, Wohnungen, Geschäften oder Wanderzielen ist [0,0] fast sicher unbeabsichtigt. Behandle den Wert wie fehlende Daten.

Suche im JSON nach der genauen Folge und prüfe die Eigenschaften des Features. Behalte Name, Adresse, Notiz und Maps-URL, aber nicht die Platzhaltergeometrie. Stelle die Position aus dem aktuellen Maps-Eintrag wieder her oder exportiere erneut. Existiert der Eintrag nicht mehr, prüfe die Adresse von Hand statt den ersten ähnlichen Suchtreffer zu übernehmen.

Lösche die Zeile nicht sofort. Auch ohne Geometrie können Notizen und Kennungen bei der Wiederherstellung helfen. Lege fehlerhafte Features getrennt ab, bis der Ort bestätigt ist.

Fall 3: Längen- und Breitengrad sind vertauscht

Im Alltag sagt man meist „Breiten- und Längengrad“. GeoJSON macht es umgekehrt. Die GeoJSON-Spezifikation definiert zuerst Länge, dann Breite.

Berlin liegt ungefähr bei:

  • Breitengrad: 52,52;
  • Längengrad: 13,405;
  • GeoJSON-Position: [13.405, 52.52].

Mit [52.52, 13.405] landet der Punkt Tausende Kilometer entfernt. Das passiert oft, nachdem jemand Koordinaten in einer Tabelle nach Gewohnheit beschriftet und daraus neues GeoJSON erzeugt.

Ein globaler Tausch hat ein erkennbares Muster: Fast alle Punkte wandern, ihre relative Gruppe kann aber plausibel aussehen. Sind nur zwei Zeilen falsch, liegt es wahrscheinlich nicht an der Reihenfolge.

Auch Wertebereiche liefern Hinweise. Breitengrad liegt zwischen -90 und 90, Längengrad zwischen -180 und 180. Eine „Breite“ von 121 ist sicher ein Längengrad. 13 und 52 wären in beiden Spalten gültig; vergleiche deshalb immer einen bekannten Ort.

Fall 4: Geometrie ist leer oder fehlt

Ein GeoJSON-Feature kann Name und Eigenschaften besitzen, während seine Geometrie null, leer oder fehlerhaft ist. Karten-Software kann es nicht zeichnen.

Prüfe die Datei im GeoJSON-Validator. Er kontrolliert JSON-Syntax, FeatureCollection, Geometrietypen und Koordinatenfelder im Browser. So lässt sich eine kaputte Datei von einer gültigen Datei mit einem sachlich falschen Punkt unterscheiden.

Die Grenze des Validators bleibt wichtig: Eine gültige Struktur garantiert keinen richtigen Ort. [0,0] ist strukturell gültig, ebenso eine Koordinate in der falschen Straße. Validierung ist der erste Filter, nicht das endgültige Urteil.

Erstellt ExportMyMap koordinatenabhängige Formate wie KML, GPX oder GeoJSON, kann ein Eintrag ohne nutzbare Koordinaten übersprungen werden. Vergleiche die Feature-Anzahl mit der Auswahl. Eine kleine Differenz deutet meist auf wenige unvollständige Quelldatensätze hin.

Fall 5: Der Punkt wirkt plausibel, ist aber falsch

Das ist schwieriger als [0,0], weil die Karte nicht offensichtlich kaputt aussieht. „Hauptstraße, Neustadt“ kann zu mehreren Städten passen. Ein Geschäft kann umgezogen oder geschlossen sein. Eine aus Suchergebnissen kopierte Maps-URL kann den Kartenausschnitt statt eines eindeutigen Orts beschreiben.

Nutze mindestens zwei Kennzeichen:

  • vollständiger Name und Stadt;
  • Straße und Postleitzahl;
  • ursprünglicher Google-Maps-Link;
  • Telefonnummer oder Website, falls vorhanden.

Öffne den Link und bestätige den Pin, nicht nur den Suchtext. Bei geschäftskritischen Daten prüfst du jeden korrigierten Treffer von Hand.

Sicherer Reparaturablauf

1. Original bewahren

Lege eine unveränderte Kopie wie saved-places-original.json an. Bearbeite niemals die einzige Datei.

2. Schaden zählen

Notiere Gesamtzahl, null-Geometrien, [0,0]-Punkte und grobe geografische Grenzen. Sind 497 von 500 Punkten korrekt, brauchst du drei Reparaturen statt einer neuen Pipeline.

3. Vor dem Geokodieren neu exportieren

Existiert die Maps-Liste noch, ist ein frischer GeoJSON-Export meist sicherer als die Rekonstruktion aus Namen. Der aktuelle Eintrag kann einen stabileren Treffer liefern als eine alte Adresse.

4. In einer Kopie reparieren

Halte in einer Prüfspalte fest, woher jede Ersatzkoordinate stammt. Bewahre in Tabellen die Genauigkeit und exportiere als UTF-8.

5. Validieren und Stichproben ansehen

Validiere die Struktur, prüfe die Bounding Box und öffne bekannte Punkte an den nördlichen, südlichen, östlichen und westlichen Rändern sowie einige in der Mitte. Auch eine plausible Bounding Box kann einen Ausreißer verbergen.

Für eine vollständige GIS-Prüfung folgst du dem QGIS-Ablauf und nutzt Auf Layer zoomen. Ein einzelner Punkt bei Afrika fällt dann sofort auf.

Fehlende Daten nicht mit erfundener Genauigkeit verstecken

Sechs Dezimalstellen wirken verbindlich. Trotzdem können sie den falschen Eingang, das Stadtzentrum oder ein anderes Geschäft gleichen Namens beschreiben.

Kannst du einen Ort nicht bestätigen, lass seine Geometrie leer und markiere die Zeile zur Prüfung. Ein sichtbar unvollständiger Datensatz ist sicherer als ein vollständig wirkender, der Menschen an den falschen Ort schickt.

Exportiere nach der Bereinigung das benötigte Format: CSV für Tabellen, GPX für Wegpunkte oder GeoJSON für GIS. Löse das Koordinatenproblem an der Quelle, statt es in fünf Dateien zu kopieren.

Saubere GeoJSON-Datei aus Google Maps exportieren →