Der Wechsel von Android zu einem iPhone ist schnell erledigt. Die unangenehme Überraschung kommt später: In Apple Karten ist nichts von den Cafés, Wanderparkplätzen, Kundenadressen und Reiseideen zu sehen, die sich über Jahre in Google Maps angesammelt haben.
Einen offiziellen Knopf namens Google-Maps-Liste importieren gibt es in Apple Karten nicht. Apples eigene Anleitung zu Guides erklärt, wie man einen Guide anlegt, Orte einzeln hinzufügt und den Guide teilt. Ein Massenimport aus KML oder CSV ist dort nicht vorgesehen. Deshalb braucht es zwei Zwischenschritte:
Google-Maps-Liste → KML-Datei → Apple-Karten-Guide
ExportMyMap übernimmt den ersten Schritt. Für den zweiten verwenden wir GoToAppleMaps, einen unabhängigen Konverter, der eine KML-Datei annimmt und daraus einen Link für Apple Karten erzeugt.
Was bei der Übertragung tatsächlich mitkommt
Die Methode erspart dir, jeden Ort erneut zu suchen. Sie richtet aber keine Synchronisierung zwischen Google Maps und Apple Karten ein.
Mit diesen Daten kannst du rechnen:
- Name des Ortes;
- Breiten- und Längengrad;
- die Sammlung als Apple-Karten-Guide, bei sehr großen Listen gegebenenfalls auf mehrere Guides verteilt.
Nicht zuverlässig erhalten bleiben:
- private Notizen und Google-spezifische Ortsdetails;
- die ursprüngliche Reihenfolge;
- eigene Symbole oder Kategorien;
- Einträge, die Apple und Google unterschiedlich benennen.
Der letzte Punkt ist wichtig. Der Konverter muss jeden exportierten Pin einem Eintrag in Apples Datenbank zuordnen. Bei einem bekannten Museum klappt das meist eindeutig. Ein Restaurant, das zweimal den Namen gewechselt hat, ist schwieriger. Lösche die Google-Liste erst, nachdem du das Ergebnis geprüft hast.
Schritt 1: Liste aus Google Maps exportieren
Öffne Google Maps auf einem Computer in Chrome, Edge, Brave oder Arc.
- Installiere die ExportMyMap Chrome-Erweiterung.
- Öffne Google Maps und melde dich mit dem Konto an, dem die Liste gehört.
- Gehe zu Gespeichert, öffne die gewünschte Liste und starte ExportMyMap.
- Warte, bis der Scan abgeschlossen ist.
- Wähle KML und lade die Datei herunter.
KML ist hier das praktische Zwischenformat: Jeder gespeicherte Ort wird zu einer Ortsmarke mit Namen und Koordinaten. Was genau in der Datei steckt, erklärt der ausführliche Google-Maps-zu-KML-Leitfaden.
Die kostenlose Version umfasst die ersten 10 Orte; für die vollständige Liste ist ein kostenpflichtiger Tarif nötig. Ohne Erweiterung kannst du auch Google Takeout verwenden. GoToAppleMaps nimmt nach eigenen Angaben die dort enthaltene CSV mit gespeicherten Orten direkt an. Takeout ist kostenlos, das Archiv ist allerdings umständlicher zu handhaben.
Schritt 2: Aus der KML einen Apple-Karten-Guide machen
Öffne GoToAppleMaps und ziehe die KML-Datei in den Konverter. Der Dienst akzeptiert derzeit neben KML auch Google-Takeout-CSV, GeoJSON, GPX und weitere Standortformate.
Bei diesem Schritt verlässt die Datei deinen Browser. GoToAppleMaps gibt an, Uploads im Arbeitsspeicher zu verarbeiten und nach der Konvertierung zu löschen. Es handelt sich dennoch um einen fremden Dienst, der weder zu Apple noch zu Google gehört; wir können den Löschvorgang nicht unabhängig überprüfen.
Geprüft im Juli 2026: Der Webkonverter und die erzeugten Apple-Karten-Links funktionierten bei der redaktionellen Kontrolle. Da der Dienst nicht von uns betrieben wird, können sich Verfügbarkeit, Limits oder Regeln ändern. Enthält die Liste Privatadressen, Kundenstandorte oder andere sensible Daten, solltest du sie nicht hochladen. Lege in diesem Fall einen Guide in Apple Karten an und füge die Orte von Hand hinzu oder nutze stattdessen einen teilbaren Browser-Link.
Nach der Verarbeitung erhältst du einen Apple-Karten-Guide-Link. Öffne ihn auf einem iPhone, iPad oder Mac. Erscheint nur eine normale Webseite, kopiere den Link auf dem Apple-Gerät nach Safari und öffne ihn dort erneut.
Schritt 3: Einige Treffer bewusst kontrollieren
Du musst nicht alle 300 Orte einzeln prüfen. Eine kleine, gemischte Stichprobe reicht meist aus:
- eine bekannte Sehenswürdigkeit;
- ein kleines lokales Geschäft;
- ein vor langer Zeit gespeicherter Ort;
- zwei Orte mit ähnlichen Namen;
- ein Pin außerhalb einer Stadt oder an einem Wanderweg.
Kontrolliere Stadt und Adresse. Stimmen diese Beispiele, ist wahrscheinlich auch der Rest brauchbar. Bei mehreren Fehlern solltest du zuerst die KML prüfen. Unser kostenloser KML-Validator zeigt, ob die Datei verwendbare Ortsmarken und Koordinaten enthält.
Warum nicht direkt CSV oder KML in Apple Karten importieren?
Weil Apple Karten diese Funktion nicht anbietet. Die App kann eigene Guides anlegen und teilen, aber aus einer ausgewählten KML-, GPX- oder CSV-Datei keinen Guide erzeugen. Der Konverter schließt diese Lücke, indem er die Punkte mit Apple Karten abgleicht und einen Guide-Link erstellt.
Genau deshalb kann sich der Ablauf künftig ändern: Er hängt von einem Drittanbieter und davon ab, dass Apple dessen Guide-Links weiterhin versteht. Bewahre die KML als beständige Ausgangsdatei auf; der Guide ist das bequeme Ziel.
Wenn du die Liste nur verschicken möchtest
Manchmal bedeutet „zu Apple Karten übertragen“ eigentlich nur, dass jemand mit einem iPhone die Orte sehen soll. Dann ist eine Migration unnötige Arbeit. Für eine gemischte Android-iPhone-Gruppe sind eine Browserkarte oder eine PDF oft einfacher. Der Leitfaden zum Teilen markierter Google-Maps-Orte vergleicht Maps-Link, eigenständigen Share-Link, PDF und Datendateien.
Für einen echten Wechsel zu Apple Karten ist der Weg über KML und Guide derzeit die praktikable Lösung. Exportiere die Liste, konvertiere sie, prüfe einige Treffer und verwende erst danach den Apple-Guide als neue Kopie.