Eine KML-Datei sieht im Download-Ordner unscheinbar aus. In der richtigen Anwendung wird sie wieder zu einer Karte voller Pins. Genau deshalb ist KML ein brauchbarer Ausgang aus Google Maps: Das Format wird von Google Earth, Google My Maps, QGIS, ArcGIS und vielen Navigations-Apps gelesen.
Schwierig ist nur, an die Datei zu kommen. Google Maps lässt dich Tausende Orte speichern, zeigt neben einer Liste aber keinen KML-Export. Google Takeout liefert alle Kontodaten als Archiv. ExportMyMap ist der kürzere Weg, wenn du eine bestimmte Liste als fertige KML brauchst.
Die Kurzfassung
- Öffne die Google-Maps-Liste am Computer.
- Scanne sie mit ExportMyMap.
- Wähle KML.
- Lade die Datei herunter und öffne sie in der gewünschten Anwendung.
Falls du zum ersten Mal überhaupt exportierst, hilft zuerst der allgemeine Leitfaden zum Exportieren gespeicherter Google-Maps-Orte. Hier geht es gezielt um KML: den Inhalt, geeignete Programme und die Fälle, in denen ein anderes Format besser ist.
Schritt 1: Die richtige Liste öffnen
Öffne Google Maps auf einem Computer in Chrome, Edge, Brave oder Arc. Melde dich an, klicke auf Gespeichert und öffne die Liste selbst. Das kann Markierte Orte, Möchte ich hin, Favoriten, Reisepläne oder eine eigene Liste sein.
Stoppt eine große Liste Markierter Orte am Desktop bei ungefähr 200 Einträgen, verwende vor dem Export den Google-Takeout-Ablauf.
Schritt 2: Mit ExportMyMap scannen
Installiere die ExportMyMap Chrome-Erweiterung, starte sie in Google Maps und wähle die Liste. Die Erweiterung liest die Orte aus deiner geöffneten Maps-Sitzung und bereitet den Export vor.
Warte, bis der Scan wirklich abgeschlossen ist. Eine halb gefüllte Datei kann technisch vollkommen gültig sein und trotzdem nur die Hälfte deiner Orte enthalten — schwerer zu bemerken als eine deutliche Fehlermeldung.
Die kostenlose Version umfasst die ersten 10 Orte; für die vollständige Liste ist ein kostenpflichtiger Tarif nötig.
Schritt 3: KML und Notizen auswählen
Wähle KML in der Formatliste. Eigene Notizen aus Google Maps können auf Wunsch übernommen werden; sie landen im Beschreibungsfeld der jeweiligen Ortsmarke.
ExportMyMap erzeugt KML 2.2. Der Aufbau bleibt bewusst einfach:
- ein Dokument mit dem Namen deiner Google-Maps-Liste;
- eine Placemark pro Ort;
- der Ortsname;
- Längen- und Breitengrad;
- optional deine Notiz als Beschreibung.
Bewertungen, Telefonnummern, Öffnungszeiten, Bilder und Rezensionenzahlen werden nicht in ein überladenes KML-Popup gepackt. Wenn du solche Angaben sortieren oder auswerten möchtest, ist CSV oder Excel die bessere Wahl.
Schritt 4: Die Datei sinnvoll verwenden
Google Earth
Hier ist KML das natürliche Format. Google Earth im Browser importiert die Datei in ein Projekt; in Google Earth Pro öffnest du sie über Datei → Öffnen. Der Google-Maps-zu-Google-Earth-Leitfaden beschreibt beide Varianten.
Google My Maps
Erstelle oder öffne eine Karte, füge eine Ebene hinzu und importiere die KML. My Maps eignet sich, um Pin-Stile zu ändern, Orte auf Ebenen zu verteilen oder eine eigene Karte zu veröffentlichen. Beachte dabei die Grenzen für Ebenen und Elemente.
Organic Maps
Übertrage die KML auf dein Smartphone und öffne sie mit Organic Maps. Die Ortsmarken werden als Lesezeichen importiert. Der Organic-Maps-Leitfaden zeigt die unterschiedlichen Menüs unter Android und iOS.
Apple Karten
Apple Karten importiert KML nicht direkt. Dafür ist ein Konverter nötig, der daraus einen Apple-Karten-Guide erstellt. Nutze den Google-Maps-zu-Apple-Karten-Ablauf, statt die KML einfach auf dem iPhone anzutippen.
GIS-Anwendungen
QGIS und ArcGIS verstehen KML. Für Analysen und Webkarten ist GeoJSON jedoch oft bequemer. Erwartet das Zielsystem GeoJSON, verwende den KML-zu-GeoJSON-Konverter, statt Koordinaten von Hand aus XML zu kopieren.
KML, KMZ oder GPX?
KML ist ein XML-basiertes Kartenformat für Ortsmarken, Ordner, Stile und Geometrien. Für Google Earth und My Maps ist es die sichere Standardwahl.
KMZ ist ein komprimiertes KML-Paket, das zusätzlich Bilder und eigene Symbole enthalten kann. Für diesen schlichten Orts-Export ist die Verpackung unnötig. Eine normale KML lässt sich leichter prüfen und umwandeln.
GPX ist für GPS-Geräte und Outdoor-Navigation gedacht und unterscheidet Wegpunkte, Routen und Tracks. Für OsmAnd-Favoriten passen zum Beispiel GPX-Wegpunkte besser.
Ein fehlender Pin bedeutet meist fehlende Koordinaten
Ein KML-Punkt benötigt Längen- und Breitengrad. Ohne diese Werte kann keine Anwendung ihn zeichnen, deshalb überspringt ExportMyMap seltene Einträge ohne verwendbare Koordinaten.
Lässt sich die ganze Datei nicht öffnen, teste sie im kostenlosen KML-Validator. Er läuft lokal im Browser und prüft XML, Wurzelelement, Ortsmarken und Geometrien. Bei einer von Hand bearbeiteten Datei zeigt er meist direkt auf die fehlerhafte Zeile.
KML als portable Kopie behalten
Importierte Karten können sich mit einer App oder einem Drittanbieter ändern. Eine KML ist auf angenehm langweilige Weise beständig: Text, dokumentierte Struktur und Unterstützung durch viele Programme. Bewahre das Original neben allen umgewandelten Dateien auf.